Krebsfest - wir feiern das Ende des Sommers

Juli 17, 2019 4 Minuten geschätzte Lesezeit

Krebsfest - wir feiern das Ende des Sommers

Skandinavien feiert das Ende des Sommers

Der August wird in Schweden mit genussvollen Krebsfesten begangen. Mit Freunden das Ende des Sommers zu feiern, das zugleich den Beginn der Krebsfangsaison markiert, ist eine Freude, die wir teilen wollen. Also werfen wir einen Blick auf 300 Jahre Flusskrebsgeschichte und verraten, was es mit den kleinen Krustentieren und ihrem Fang auf sich hat. Außerdem im Blog: wie man sie zubereitet, serviert und genießt.

Auf Krebssafari

Gemeinsam mit der Familie verbrachte Valerie schon viele Sommer in Schweden, nicht nur, weil ihr Stiefvater dort geboren wurde. Die endlosen Birkenwälder und ruhigen Seen vermitteln ein Gefühl der Freiheit, wie wir es aus der Kindheit zu Beginn der großen Ferien kennen.

Hier gehen wir auf Krebsfangtour. Abends fahren wir mit dem Boot hinaus, um auf dem spiegelblanken See die Reusen auszulegen, welche an Bojen im See befestigt sind. Am nächsten Morgen holen wir sie im weichen Licht der Dämmerung wieder ein. Ob sich dort wohl Krebse gefangen haben?

Krebse, die kleiner als 9 cm groß sind, dürfen zurück ins Wasser.

Schweden-Ehrenwort.

In Schweden Krebse zu fangen, ist ein unvergleichliches Erlebnis.

Tipp: In Schweden darf man nicht ohne Fischereirecht fischen oder auf Krebsfang gehen. Schwedenurlauber sollten im Zweifel den Ferienhausbesitzer danach fragen.

Das schwedisch-beschwingte Kräftskiva

Die Tradition des Krebsfests gibt es seit dem 18. Jahrhundert und hat in den vergangenen zwanzig Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Heute ist sie nicht mehr nur in Südschweden verbreitet, sondern im ganzen Land sowie im benachbarten Finnland. Auch in Deutschland wird sie immer beliebter.

Damit die Krebsbestände gesichert blieben, gab es früher ein strenges Startdatum für den Krebsfang: die Kräftfiskepremiär. Vielerorts wird der Startschuss am 7. August um 17.00 Uhr gegeben. Auch andere Termine sind möglich, zum Beispiel der zweite Donnerstag im August. Eines ist sicher: Ab einem festgelegten Zeitpunkt Mitte August durften Krebse gefangen werden, und zwar genau zwei Monate lang.

Der nachtaktive Allesfresser wird 12-15 cm groß, liebt es kühl und fühlt sich in klaren und kalkreichen Süßgewässern am wohlsten. Krebsfleisch ähnelt Hummer und Languste, ist aber noch dezenter.

Lieblingszutat Dill: In 3 Schritten zum perfekten Krebsgericht

Vor dem Krebsessen kommt das Krebskochen. Pro Person rechnet man mit einem Pfund Flusskrebse. So geht’s:

1.     Es klingt nicht schön, aber um Krebse zuzubereiten, legt man sie am besten lebend und kopfüber in gut kochendes Wasser. Sie sterben mehr oder weniger sofort, wenn das Wasser wirklich heiß ist. Daher dürfen nicht zu viele Krebse auf einmal ins Wasser – maximal sieben Stück. Sonst kühlt es zu sehr ab.

2.     Mit viel Zucker und Bier, Salz und ganz viel Dill werden die Krebse maximal zehn Minuten lang gekocht – bis sie im wahrsten Sinne des Wortes krebsrot sind.

3.     Zum Abkühlen bedecken wir die Krebse großzügig mit Dillblüten und stellen sie noch in ihrem Dill-Sud kalt, am besten in einem großen Behältnis mit kaltem Wasser, also Topf in Topf. Wir lassen sie über Nacht im kalten Sud ziehen, damit sich das Aroma schön entfaltet.

Lieblingszutat Dill. Wir lassen die Krebse über Nacht im kalten Sud ziehen, damit sich das Aroma voll entfaltet.


Komponistenquartier

Nach zehn Minuten im kochenden Wasser sind die Flusskrebse buchstäblich krebsrot.

Geknackt und geschlürft

Mit einem scharfen Messer oder geschickten Händen brechen wir den Panzer der Krebse auf und lösen das Krebsfleisch mit zweizinkigen Hummergabeln aus Schwanz und Scheren heraus. Übrigens: Was sonst als gesellschaftlicher Faux-pas gilt, ist auf dem Krebsessen ausdrücklich erlaubt. Hier genießen wir nicht nur mit den Händen, sondern mit allen Sinnen – dem Gehörsinn inklusive. Schlürfen ist ausdrücklich erlaubt.

Mit dem richtigen Werkzeug erbeutet sich das köstliche Krebsfleisch deutlich einfacher.

Perfekt geeignet ist hierfür das 4-teilige Set Hummergabeln von Gense.

Extra-Tipp für Damen: Die Krebse haben eine zackige Kruste. Wer den Abend nicht mit sichtbar ruiniertem Nagellack verbringen möchte, setzt auf transparente Töne. Auch weicher Goldschmuck zerkratzt – lieber weglassen.

Schwedische Tradition: Krebse, Käse, Bier und Schnaps

Von Krebsen allein jedoch wird selbst der eiweißresistenteste Schwede nicht glücklich. Denn an einem Flusskrebs ist nicht viel dran. Daher planen Gastgeber idealerweise großzügige Vorspeisen ein. Ein herzhafter Kuchen mit Pfifferlingen passt ebenfalls. Als Nachtisch lieben die Schweden Apfeltorte mit Vanillesauce.

Zusätzlich reichen wir zu den kaltköstlichen Edelkrebsen klassisch würzigen Käse, Knäckebrot – und natürlich Schnaps. Denn in Schweden und vor allem zum Krebsfest hat Schnaps Tradition.

Eine festlich gedeckte Tafel macht Feierlaune.

Trinklieder sind in Schweden sehr beliebt.
Doch keine Sorge:
Man muss ja nicht alles mitmachen.


Würziger Käse gehört zum Krebsessen dazu.

Zusätzlich reichen wir zu den kaltköstlichen Edelkrebsen klassisch würzigen Käse, Knäckebrot – und natürlich Schnaps.

Ein Krebs, ein Lied, ein Aquavit.

Trinklieder sind in Schweden sehr beliebt.

Wir dekorieren: uns und unsere Tafel.

In Schweden werden zum Krebsfest Lampions aufgehängt. Gutgelaunte Gäste setzen sich Hüte auf, die mit Krebsmotiven versehen sind. Auch wir dekorieren zum Kräftskiva festlich, am liebsten in Valeries Lieblingsfarbe Orange, und zaubern im Spätsommer schöne, bleibende Hummer-Utensilien und Accessoires aus unserem Fundus hervor.

Dazu gehören natürlich Hummerbesteck und passenden Servietten, aber auch Lätze, denn – nicht vergessen! - beim Krebsessen wird geschlürft und gekleckert. Hummerhandtücher und die schöne Schürze mit Hummermotiv sind bei uns übrigens das ganze Jahr über im Einsatz: als fröhliche Erinnerung an das schöne Fest.

Skål!

Eine schön gedeckte Tafel macht Lust auf einen fröhlichen Abend mit Freunden - und reichlich Edelkrebsen.

Nützliches Utensil beim Krebsessen: der Latz. Was sonst verboten, ist heute geboten: Schlürfen erwünscht.


Hummer satt.

Hummer-Latz von Tissage de L´Ouest

Vornehm schlürfen

Beim Krebsessen ist Schlürfen ausdrücklich erwünscht. Auch ohne bietet dieser Latz stillvollen Schutz.

Retro-Streichhölzer von Archivist Gallery

Nostalgisch leuchten

Die Hummer-Streichhölzer im Retro-Design sind ein niedliches Gastgeschenk - oder Mitgebsel.

Schöne Hummer-Schürze von Thornback & Peel

Krustentierisch kochen

Hummer! Hummer! Hummer! Wir sehen nur noch Hummer - das macht Lust auf aromatisch-frische Kochmagie.



Unsere Kollektion zum Krebsfest

Für Ihr Krebsessen oder einfach nur, weil es so schön ist... hier gehts zu unserer krebsig-frohen Hummer-Kollektion.



Vollständigen Artikel anzeigen

Hornschmuck: Das fast vergessene Handwerk
Hornschmuck: Das fast vergessene Handwerk

November 07, 2019 3 Minuten geschätzte Lesezeit

Horn ist ein nachhaltiges Naturprodukt. Schon seit jahrhunderten wird Horn zu Schmuck, Werkzeug und Alltagsgegenständen verarbeitet. Seine Eigenschaften machen Horn zu einem echten Allrounder. Der beliebte Klassiker feiert mit Hornschmuck im Retro-Design sein großes Comeback.
The London Sock Company im Interview
Meet the Designer: The London Sock Company

November 06, 2019 4 Minuten geschätzte Lesezeit

Steigern gute Socken das Selbstbewusstsein? Die Gründer der britischen London Socks Company Dave Pickard und Ryan Palmer sind fest davon überzeugt. Guter Stil beginnt schließlich schon an den Zehenspitzen. Im Interview verraten sie uns, warum Socken kein SOS-Geschenk sind.
Bummel in Santa Catalina
Bummel in Santa Catalina

Oktober 25, 2019 3 Minuten geschätzte Lesezeit

Es gibt viele Gründe, sich als Mallorca-Fan zu outen – und der Stadtteil Santa Catalina in Palma gehört unserer Meinung nach definitiv dazu. Wer trotz aller Lobeshymnen auf das so angesagte ehemalige Fischerviertel mit seinen farbenfrohen kleinen Häusern und den Jugendstil-Villen, der herrlich quirligen Markthalle, den individuellen Boutiquen und der Vielzahl an Restaurants noch immer keinen Abstecher dorthin geschafft hat, dem machen unsere Tipps ganz sicher Lust darauf, doch einmal die vertrauten Pfade zu verlassen.