Im Gespräch mit Lady-Bloggerin Daniela Uhrich

August 16, 2019 3 Minuten geschätzte Lesezeit

Im Gespräch mit Lady-Bloggerin Daniela Uhrich

Ein Nordlicht in Bayern

Die quirlige Lady-Blog-Gründerin Daniela Uhrich stammt gebürtig aus Norddeutschland und lebte viele Jahre im fränkischen Würzburg, ehe sie der Liebe wegen nach Oberbayern zog.

Weshalb sie sich dort so wohl fühlt, wie sie das Oktoberfest feiert und warum Tracht einen besonderen Stellenwert hat, all das erzählt sie uns im Interview.

Zum Abschluss verrät sie uns sogar ihr Lieblingsrezept für Obazdn und einen Geheimtipp für die Weihnachtszeit.

Liebe Daniela, seit fünf Jahren lebst du schon in Oberbayern, richtig?

Ja, das ist richtig. Jedoch habe ich vorher schon viele Jahre im bayerischen Franken gewohnt. Über meine Studentenheimat, das wunderschöne Würzburg, habe ich sogar ein Buch mit dem Titel „jede menge leben“ geschrieben.

Der Kontrast war also nicht ganz so extrem, als wäre ich direkt aus der norddeutschen Tiefebene ins bayerische Oberland gezogen. (lacht)

Was liebst du am meisten an Oberbayern?

Mein Mann und ich lieben es zu wandern und haben uns sogar auf einer Bergtour kennengelernt. Selbst unsere vierjährige Tochter kraxelt schon eifrig mit uns mit. Nichts macht so froh wie die Berge. Außer dem Meer vielleicht. Statt an die Ostsee fahren wir oft zum Segeln und Schwimmen ans bayerische Meer, den Chiemsee.


Beim Stichwort Bayern denken wir natürlich auch an die Berge. Und ans Oktoberfest. Immerhin ist es das bekannteste Volksfest der Welt! Wie begehst du denn diese zwei Wochen im September?

Offen gestanden ist mir das Oktoberfest inzwischen fast schon zu groß und zu voll. Viel lieber feiern wir mit unseren Freunden daheim. Dann decke ich unsere lange Tafel bayerisch-festlich. Meine Servietten mit Hirschmotiv kommen zum Einsatz.Die Brotzeitschmankerl serviere ich stilecht auf großen Brettern. Es gibt Brezn und Obazda – und vieles mehr. Und natürlich tragen wir Tracht.

Schmecken nirgendwo so gut wie in Bayern: Brezn.

Übrigens: Hirschmotive gibt’s auch bei uns im Shop.

Traditionsreich und wunderschön: Tracht

In Norddeutschland wird Tracht ja immer noch als liebevolles Kuriosum wahrgenommen…

Tatsächlich hat Tracht lange Tradition. Lederhosen wie auch Dirndl sind aufwändig bestickt und hochwertig verarbeitet. Schöne Stoffe, butterweiches Leder, Stickereien, Knöpfe aus Hirschhorn oder Silber mit Edelweißmotiven oder ähnlichem versehen machen Tracht zu wunderschöner Kleidung, die ein Leben lang gern getragen wird. Mit Polyester-Tracht, wie man sie vom Münchner Oktoberfest oder seinen weltweiten Spin-Offs kennt, hat das nichts zu tun.

Traditionelle Tracht ist wirklich schöne Kleidung, die sich auch mit einem modernen Leben vereinbaren lässt.



Trägst du denn ab und zu ein Dirndl?

Ja, sogar sehr gerne. Inzwischen besitze ich sechs Dirndl, unter anderem ein Festtagsdirndl, eine Vintage-Variante, geerbt von meiner Schwiegermama, und ein sehr hübsches Modell mit Stehkragen, das ich bei der Taufe meiner Tochter getragen habe. Mein Lieblingsdirndl – ein ganz besonderes, handgefertigtes Modell mit langen Ärmeln – habe ich auf Ebay entdeckt.

Auf dem Land trägt man Tracht zu sehr vielen Anlässen.

Natürlich auch auf Volksfesten.

Natürlich. Davon gibt es hier auch viel mehr als in der Stadt.  Fast jedes Dorf hat ein eigenes Frühlings- und Herbstfest mit Bierzelten, gutem Bier, gutem Essen und natürlich „Musi". Dann gibt es draußen die stimmungsvollen Weinfeste oder Apfelfeste wie zum Beispiel der Apfelmarkt in Bad Aibling. Es gibt Klosterfeste, Kirchweih-Feste, Wald- und Bergfeste. Da werden die Bierzeltbänke dann einfach mitten in der Natur aufgebaut.

Was magst du denn lieber: Bier oder Wein?

Beides. Während unserer Würzburg-Besuche decken wir uns immer mit den typisch-fränkischen Weinen im Bocksbeutel ein. Trotzdem trinke ich natürlich auch gerne Bier. Mein Mann hat neulich sogar selbst Bier gebraut - fantastisch! Und nach einer Wandertour liebe ich ein eiskaltes Weißbier.

Und dazu: Leberkas oder Hendl?

Weder noch – als Vegetarierin esse ich am liebsten Käsespätzle. (lacht)

Und süße bayerische Speisen?

So nah an Österreich? Kaiserschmarrn natürlich.

Camembert, Butter, Frischkäse, Zwiebeln:
Obazda für Genießer

Dein schnelles Rezept für Obazdn

Sehr guten, reifen Camembert, z.B. le Brin, mit Butter und Frischkäse mischen und mit viel rotem Paprika-Pulver, etwas Salz und Pfeffer und roter Zwiebel, kleingeschnitten, würzen.

Eine weitere rote Zwiebel in hauchdünne Scheiben schneiden, auf dem fertigen Obazdn platzieren und mit Brezn servieren. Dazu: Weißbier oder Helles. Zünftig und köstlich!

Ein Geheimtipp zum Abschluss

Hast du noch einen Tipp für uns? Was sollten wir uns in Oberbayern nicht entgehen lassen?

Rund um München finden in letzter Zeit immer mehr Weihnachtsmärkte im Wald statt. Die Stimmung ist unvergleichlich. Alles ist mit Kerzen erleuchtet. An kleinen Ständen werden Kunsthandwerk und weihnachtliche Köstlichkeiten verkauft. Diese Weihnachtsmärkte sind sehr ursprünglich und friedlich.

Überhaupt ist der Winter in Oberbayern wunderschön – allein schon, weil es hier oft so richtig viel schneit.

Liebe Daniela, vielen Dank für diese Einblicke und deine Zeit.



Bayrisch-zünftig

Ein Prosit der Gemütlichkeit! Bei uns im Shop gibt es alles für eine bayerische Brotzeit.

Die perfekte Schale
für den Obazdn

Wunderschöne Keramik aus Frankreich, erhältlich in vielen Farben und Größen

Hier darf
gekleckert werden

Dieser fröhlichen Stoffservietten mit Huhn-Print bringen Farbe auf den Tisch

Aufstreichen,
nicht Aufschneiden

Mit dem Messer von Opinel lässt sich der fertige Obazde herrlich aufs Brot streichen







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