Eine sommerliche Brise: Hommage an den Roséwein

Juni 29, 2017 3 Minuten geschätzte Lesezeit

Eine sommerliche Brise: Hommage an den Roséwein-Selection Gustavia

Rosa Farbe, leicht zu verdauen und am besten kühl getrunken. Die Rede ist von dem französischen Sommergetränk, dem Roséwein.

Hatten Roséweine bei Weinliebhabern früher noch einen „Aussätzigen-Status“, so ist dieser in den letzten Jahren immer beliebter geworden. In Frankreich war der rosafarbene Wein in der Vergangenheit noch als Kopfschmerz-Wein verrufen gewesen – heute wird er dort sogar weitaus häufiger als Weißwein getrunken. Auch im internationalen Vergleich schneidet der Roséwein insgesamt immer besser ab. Allein in Deutschland werden 10 % der weltweiten Rosé-Weinproduktion abgesetzt (natürlich weit hinter den Franzosen selber, die die Spitzenreiter im Anbau, Verzehr als auch Import gleichermaßen sind).

Einer der Gründe warum der Roséwein immer beliebter wird, ist natürlich, weil er so leicht und unkompliziert daherkommt. Das macht ihn zu einem netten Begleiter zu vielen Gerichten und während des gesamten Essens (zum Aperitif, Fisch, Fleisch oder auch beim späteren Käsegang) und erfordert keine umfangreichen Weinkenntnisse, was den Wein auch bei einer jüngeren Gruppe der Verbraucher attraktiv macht.

Überdies erinnert uns ein Gläschen kalter Rosé  so herrlich an den letzten Urlaub in Südfrankreich, was uns selbst im regnerischen Hamburg von wärmeren Tagen träumen lässt.

Im Folgenden haben wir einige Fakten und schöne Details für Sie zusammengetragen, damit Sie auf dem nächsten Event mit echtem Insiderwissen punkten können.

Eine kleine Geschichte des Rosé

Wann ein Wein erstmals Rosé genannt wurde ist leider nicht überliefert, wahrscheinlich stammt der Name aus dem mittelalterlichen Frankreich. Der Ursprung des Weines hängt mit den Anfängen der Kelterei selbst zusammen. In der Antike waren die Weine wahrscheinlich eher hell, was mit den primitiven Presstechniken und Kenntnissen zusammenhängt. Selbst als die antiken Griechen und später die Römer in der Lage waren, dunklere und schwerere Weine herzustellen, bevorzugten die meisten dennoch hellere Weine. Dunklere Weine empfanden viele als zu stark und zu bitter. Diese Vorlieben hielten sich bis ins Mittelalter, als helle Bordeauxweine erstmals berühmt wurden. 

Die Anbaugebiete des Roséweins

Die Anbaugebiete für die Trauben der Roséwein befinden sich meistens im sonnigen Süden Europas, besonders in Frankreich. Aber auch in den USA werden inzwischen in Kalifornien Rosé Weintrauben angebaut. Sogar aus Süddeutschland stammen einige wenige deutsche Sorten wie z.B. Schiller aus Baden-Württemberg.

Wie wird der Wein hergestellt?

Entgegen seinem Ruf, wird Roséwein nicht einfach durch vermischen von überschüssigen Weißweinen und Rotweinen erzeugt. Diese Methode ist in der EU verboten, man darf den Wein dann nicht Rosé nennen. 

Bei der Herstellung des Roséwein gibt es drei verschiedene Methoden, die in der Provence beliebteste ist die Abpress-Methode: Der Fruchtsaft (Most) der roten Trauben wird separat von den Schalen in einen Tank gepresst und ähnlich wie ein Weißwein weiterverarbeitet. Hier bekommt der Wein nur eine leichte rosa Farbe und einen dementsprechenden leichten Geschmack.

Welche Sorten gibt es?

Roséweine sind bereits eine Weinsorte für sich. Die verschiedenen Weine lassen sich aber in ihrer Farbgebung und in ihrem Geschmack unterscheiden. Auch die verschiedenen Herstellungsmethoden sind dabei wichtig.

Vorsicht ist bei Roséwein geboten, die ihren Ursprung außerhalb der EU haben. Oftmals werden diesen Weinen künstliche Aromen und Süßstoffe zugesetzt. Besonders günstige Roséwein, welche nicht aus der EU stammen, werden nicht selten durch Vermischung von Rot- und Weißwein produziert – ein Verfahren, das für viele Weinkenner bereits an Körperverletzung grenzt.

Mateus Keramik

Wann trinkt man Roséwein?

Da Rosé Wein sehr leicht ist, trinkt man ihn am besten im Sommer. Vorzugsweise gut gekühlt, im Garten, bei Freunden oder bei Festen.

Beim Essen lassen sich Roséwein gut mit Fischgerichten, Fleischgerichten aber auch Käse paaren. Der frische Geschmack harmoniert gut mit dem Fisch und da darf der Rosé gerne auch etwas stärker sein. Meeresfrüchte eignen sich ebenfalls hervorragend als Roséwein Begleiter. Das Gleiche gilt für Gemüse- sowie Kalbsgerichte.

Die ewig letzte Frage: Welche Gläser benutzt man für den Roséwein?

Ein „regelrechtes“ Rosé Weinglas gibt es nicht. Getrunken wird er am besten aus einem Weißweinglas, da er nicht wie ein Rotwein einen dicken Bauch zum Atmen braucht. Weinkenner empfehlen lieber kleine Mengen auszuschütten, und lieber öfters nachschenken, damit der Wein immer die ideale Temperatur von 8°C bis 12°C hat.

Eine Weinempfehlung zum Schluss:

Wir trinken gerne Rosewéine der Côtes de Provence, dem Anbaugebiet gelegen an der französischen Südküste. Da kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Ein netter Geheimtipp, ist das Weingut Chateau les Crostes aus der Provence. Das Anwesen gehört Prinz Felix der Luxemburgischen Großherzoglichen Familie, die dort seit den 1990er Jahren Wein anbauen. Selection Gustavia hat diese Weine bei einem Aufenthalt in Luxemburg kennen und lieben gelernt. Sie sind allerdings nicht so einfach im deutschen Weinhandel zu bekommen, man kann sie allerdings online bestellen.



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