Bayern zur Wiesn-Zeit

August 16, 2019 3 Minuten geschätzte Lesezeit

Bayern zur Wiesn-Zeit

Traditionsreiche Festtagsstimmung

Wiesn. So nennen die Bayern ihr Oktoberfest liebevoll.

Das klingt beschaulich, wie ein Seufzer, der Bergsteigerkehlen nach einer langen Wanderungen entfleucht, wenn sie die Alm erblicken.

Oktoberfest. Das klingt nach Bier und Krawall. Nach überfüllten Zelten und Menschenaufläufen. Nach lauten Fahrgeschäften und Polizeieinsatzwagen.

Wie passt das zusammen?

Wie sich Wiesn und der Herbst bayerisch-traditionell erleben lassen, verraten wir hier. Eines vorab: Eine Fahrt nach Oberbayern ist auch mit dabei.

Geheim: Besuchstipps auf der Wiesn

An manchen Ecken der Theresienwiese findet sich die alte Beschaulichkeit noch heute. Kuriose Theater gehören zu den lohnenswertesten Zielen auf der Wiesn. Sie sind wie aus der Zeit gefallen und doch zeitlos.

Drei Beispiele für besonders unterhaltsame und liebenswerte Wiesn-Schmankerl:




1. Auf geht’s beim Schichtl bezeichnet sich selbst als Traditionstheater – mit Illusionen und skurriler Enthauptung. Wie sagte schon Christian Ude: "Eine Wiesn ohne Schichtl ist nicht denkbar. Der Schichtl ist so unerlässlich wie das Bier, der Radi und die Hendl.“



2. Sehr amüsant ist auch ein Besuch auf dem Teufelsrad - seit 110 Jahren. Während sich die einen Gäste bei einem Balanceakt auf einer drehenden Scheibe versuchen, dürfen die anderen belustigt die umfallenden Drehscheiben-Opfer anfeuern.


3. Klein und fein und gar nicht laut ist der Flohzirkus – ein bezauberndes Erlebnis, bei dem wir zuschauen können, wie Flöhe tatsächlich Miniaturkutschen ziehen oder miteinander Fußball spielen!

Altes, das niemals alt wird: Oide Wiesn


Zum Oktoberfest wird die Theresienwiese laut und eng. Da hilft nur eines: eine Reise in die Vergangenheit. Ein wenig abseits der Wiesn hinter dem Riesenrad erwartet uns ein großes Vergnügen.

Seit 2010 gibt es die „alte Wiesn“. Ursprünglich als einmaliges Erlebnis zum 200. Geburtstag des Oktoberfestes geplant, ist die Oide Wiesn nun alljährlich ein stilles Highlight für all die, die manchmal die Zeit zurückdrehen wolle.

Für einen Besuch auf der Oidn Wiesn zahlt man zwar eine kleine Eintrittsgebühr, aber zum Ausgleich sind die Fahrgeschäfte dort nicht nur viel günstiger, sondern zu großen Teilen sogar antik. Für Kinder bleiben der Eintritt kostenfrei und die Erlebnisse, wie auf der neuen Kegelbahn mit speziellen Kinderkugeln zu spielen, unvergesslich. Das Traditionszelt wartet sogar mit einem Limogarten auf.

Die Oide Wiesn. Das bedeutet: Mitten in München dürfen wir den Oktoberfestlärm draußen lassen und eine Volksfest-Oase mit ruhigeren Bierzelten, sogar einem Museumszelt, altertümlichen Fahrgeschäften und den Anblick von viel Tracht genießen. All das passt auch viel besser zu uns als das überfüllte „größte Volksfest der Welt“.


Oide Wiesn auf dem Münchner Oktoberfest

Wo die Zeit stillsteht: Herbstzeit in Bayern

Wer es noch ruhiger mag, steigt in die Bayerische Oberlandbahn. Die BOB, wie sie in Bayern liebevoll genannt wird, führt uns bis an die österreichische Grenze des idyllischen Bilderbuch-Bayerns.

Dort, in der Nähe von Rosenheim lebt Valeries Freundin Daniela. Sie beschäftigt sich genauso gern mit Dingen, die das Leben schöner machen, wie unsere Gustavia-Gründerin.

Vor knapp zehn Jahren hat die promovierte Journalistin den Lady Blog ins Leben gerufen.

Hier geben Daniela und ihr Redaktionsteam fröhlich-frische Antworten auf Stilfragen sowie Tipps, wie sich ein schönes Leben noch ein wenig schöner gestalten lässt.

Märchenhaftes Oberbayern

Unsere Lady-Bloggerin wohnt 30 Minuten südlich von Rosenheim, direkt an der Grenze zu Tirol. Nicht nur uns Hamburgern raubt die Landschaft den Atem. Umrahmt von Bergen und begrünten Tälern, bayerischen Landhäusern und Menschen, die Wert auf Brauchtum legen, wird auch hier in Oberbayern der Herbst gefeiert – weit entfernt vom Oktoberfestrummel.

Schon das „Herbstfest“ in Rosenheim ist deutlich überschaubarer als das 6,5 Millionen besucherstarke Oktoberfest, obwohl auch dieser Wiesn-Ableger alljährlich trubeliger wird. Heiter und zugleich ruhig geht es hingegen auf den Festen zu, die auf den Volksfestplätzen der zahlreichen Dörfer in Danielas Wahlheimat stattfinden.

Am allerliebsten aber feiert sie das Oktoberfest bei sich zu Hause. Das gebürtige Nordlicht liebt es, Gäste einzuladen, und deckt dabei ganz traditionell-bayerisch. Wie Daniela ihr Oberbayern erlebt, wollten wir genauer wissen.

Zu dem Interview mit Lady-Blog-Gründerin Daniela Uhrich geht es hier.




Wiesn-Gaudi: Bayerische Schmankerl

Auf geht's,
Ozapft is

Ob Bier zapfen oder a guads Essen kochen - mit dieser Hirschschürze geht das fast von selbst.

Kloane
Spanferkerl

Keine Sauerei, sondern a gar ned schiaches Holz-Schweinderl als Kerzenständer.

Oans, zwoa,
gsuffa

Wer sagt, dass es immer a Mass sein muss? Alles bleibt im Fluss mit dieser Hirsch-Karaffe.





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